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Paralympics Rio de Janeiro 2016: Keine Teilnahme für russische Athleten

13. September 2016

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am 13.09.2016 die Anträge von 94 russischen Para-Athleten auf Teilnahme an den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro zurückgewiesen, mit denen diese versucht hatten, ihre Teilnahme an den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro in zweiter Instanz zu erzwingen.

Die Athleten hatten – zunächst vor dem Landgericht Bonn – einstweilige Verfügungen gegen das Internationale Paralympische Komitee (IPC) mit Sitz in Bonn beantragt. Hiermit wollten sie ihre Teilnahme an den Paralympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro erzwingen. Das IPC hatte zuvor als Konsequenz aus dem McLaren-Bericht das Russische Paralympische Komitee von den Spielen ausgeschlossen, weil dieses nicht gewährleisten konnte, dass die Vorbereitung der Athleten unter Beachtung der Anti-Doping-Richtlinien erfolgte. Das Landgericht Bonn hatte den Erlass der einstweiligen Verfügungen indes abgelehnt, woraufhin die Athleten Beschwerde einlegten.

Der Kartellsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf gab dem durch die Bonner Rechtsanwälte Dr. Stephan Osna­brügge und Dr. Julia Jankowski vertretenen IPC Recht: Die einzelnen russischen Sportlerinnen und Sportler haben nach der Suspendierung des Russischen Paralympischen Komitees keinen Anspruch auf Teilnahme an den Paralympischen Spielen. Denn das IPC – so das OLG Düsseldorf – hat die Mitgliedschafts- und damit auch die Melderechte des Russischen Paralympischen Komitees aus sachlichen Gründen wirksam suspendiert. Es habe ein fundamentales und berechtigtes Interesse, einen fairen und sportlichen Wettkampf zu gewährleisten. Ob die einzelne Athleten überhaupt individuelle Ansprüche geltend machen können, ließ das OLG offen. Denn eine Abwägung der widerstreitenden Interessen falle jedenfalls auch bezüglich der einzelnen Athleten durchweg zugunsten des IPC aus.

Prozessbevollmächtigte der Antragsteller: Rechtsanwälte Graf von Westphalen, Rechtsanwalt Felix Prozorov-Bastians

Rechtsanwälte des Antragsgegners: Pauly & Partner, Rechtsanwälte Dr. Stephan Osna­brügge und Dr. Julia Jankowski, LL.M